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Historie der Dampfbäckerei E.Berlinius - die Brotmanufaktur

Augustfehn anno 1878. Friederich Berlinius machte sich mit einer kleinen Bäckerei, in einem für damalig typischen Torfabbaugebiet, selbstständig. Von Friederich Berlinius existieren leider weder Aufzeichnungen noch Bilder.

Er sollte aber den Grundstein für eine mittlerweile 5 Generationen währende Erfolgsstory  legen.


 

Im Jahre 1911 investierte dann sein Sohn Elimar Berlinius (auf den folgenden 2 Bildern jeweils rechts zu sehen) 10.000 Goldmark in den ersten Dampfbackofen.

Damit war er als erster in der Lage Schwaden (Wasserdampf) auf die Brote zu geben, was das Reißen der Kruste verhinderte. Für die damalige Zeit war das eine Revolution. Schnell wurde das Berlinius Schwarzbrot und Graubrot weit über die Grenzen des Ammerlandes hinaus bekannt.

Dieser erste Dampfbackofen sollte bis 1960 treue Dienste leisten und auch dem Unternehmen den Namen Dampfbäckerei verleihen.

Nach diesem  Verfahren  und den damaligen Rezepturen wird das Berliniusbrot bis in die Gegenwart hergestellt.

 

 

 

 

 

Elimar Berlinius hatte 2 Töchter, Marga und Else. Else Berlinius heiratete den Bäckermeister Bernhard Leferink aus Völlen bei Papenburg.

Auf dem Bild rechts zu sehen: Elimar und Mariechen Berlinius mit ihren Töchtern Marga (links) und Else.

 


 

Bernhard Leferink (auf dem unteren Fahrzeugbild zu sehen) war seiner Zeit der erste Dienstleister in Sachen Brot.

Er schaffte erst eine Kutsche, später dann dem Stand der Technik entsprechende Lieferwagen an, um das begehrte Berlinius Brot direkt zum Kunden bringen zu können.

Somit konnte er das Vertriebsnetz erheblich ausdehnen.

Kleine Anekdote am Rande:
Beim Cowboy spielen in der Kutsche haben der jetzige Inhaber Uwe Leferink und zwei verwegene Kumpels, im Alter von 12 Jahren, ihren ersten Vollrausch erlebt.

 

 

 

 


 

Bernhard und Else Leferinks Sohn Otto (im Bild links) und seine Frau Gretlies übernahmen Mitte der sechziger Jahre dann die Geschäftsführung. Sie investierten in die erste Mehlsiloanlage des Ammerlandes, womit das mühselige Säcke schleppen ein Ende hatte. Auch ein Teigabwieger und Rundwirker wurden angeschafft, was eine erhebliche Erleichterung brachte.

Von Ihnen stammte übrigens ein Sprichwort welches noch heute aktueller ist denn je:

Lieber ein kleiner Herr als ein großer Knecht!!

Ein Ausspruch  voller Würde und  Selbstachtung,  mit der sie die Geschicke der Firma ca. 30 Jahre lang erfolgreich lenkten.

 

 

 

 

 

 

Ein langjähriger Mitarbeiter der Firma, Gerhard Helmts,  genannt Cherry (im Bild rechts und auf dem Foto darunter, im Hulahopp Reifen), arbeitete für 3 Generationen.

 

Im Alter von 17 Jahren wurde er von Bernhard Leferink eingestellt, blieb Otto Leferink ca. 30 Jahre treu und auch dem jetzigen Inhaber Uwe Leferink, leistete er noch 7 Jahre lang treue Dienste, um dann im Alter von 63 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Noch heute lebt er bei uns und ist der gute Geist im Hause.

 

 


Im Jahre 1993 übergaben Gretlies und Otto Leferink ihrem Sohn Uwe Leferink das Geschäft. Im Laufe der folgenden Jahre, als sich der Markt rasant veränderte, war es wieder an der Zeit neue (alte) Prioritäten zu setzen, ohne dabei die eigene Seele für ein Handgeld zu verkaufen.

Der Name Dampfbäckerei E.Berlinius steht seit mittlerweile über 130 Jahren für traditionelle, ursprüngliche Handwerkskunst.

 

 


Das ist gerade heute ein besonderer Ansporn, den wir noch um praktizierten Umweltschutz und die Verantwortung für zukünftige Generationen ergänzen. Wir, das sind jetzt in der 5. Generation Uwe Leferink und seine Mitarbeiter/Innen in Produktion, Verkauf und Vertrieb, für die eine einfache Firmenphilosophie steht:

"Bio ist nichts anderes, als backen mit hochwertigen Rohstoffen wie vor 100 Jahren."

                                             - Belassen wir es dabei! -

 

Somit schlossen wir 1997 ein Verarbeitervertrag mit BIOLAND. Das bedeutet Produktion nach EG-Richtlinien, die jährlich einer strengen Kontrolle durch staatlich zugelassene Kontrollstellen gemäß der Bio-EG-Verordnung unterliegt. Hierfür wird die Bio-EG-Kontrollnummer vergeben.

1998 wurden die Geschäftsbeziehungen, die Rezepturen und der Name der Vollwertbäckerei Wachtenhof übernommen. Seitdem wird in 2 Schichten produziert, um eine saubere Trennung von konventionell und biologisch hergestellter Ware zu gewährleisten.

Mit der Zeit trennten wir uns von einigen Maschinen, da sie für die neue (alte) Art der Brotherstellung ungeeignet waren. Folglich wird wieder von  Hand produziert, soll heißen "Manufaktur!"

Zum eigenen Bio-Kundenkreis zählen u.a. Naturkostläden, Reformhäuser und Feinkostläden. Das Einzugsgebiet erstreckt sich von Leer (Ostfriesland) über die Ostfriesischen Inseln, Oldenburg bis nach Bremen. Ein Hamburger Naturkosthändler aus Blankenese, der das Berlinius Brot schon seit längerem schätzen gelernt hatte, brachte uns mit anderen Händlern in Hamburg zusammen.

Im Jahr 2003 gab es ein Projekt mit der Behinderten Werkstatt Scheps. In diesem Fall eröffnete das den Behinderten die Möglichkeit, statt einer mehrmonatigen Einarbeitungszeit innerhalb der Werkstätten, diese Einarbeitung an vier Tagen in der Woche in einem Handwerksbetrieb unter alltäglichen Bedingungen zu absolvieren. Ein Bericht ist im Landwirtschaftsblatt Weser-Ems erschienen. Für Uwe Leferink und seine Mitarbeiter war das Projekt sehr interessant. Sozialverhalten mal anders. Sein Wunsch: Das Projekt sollte Normalität im Alltag werden.

Deshalb gilt es erst einmal in den folgenden Jahren die Geschicke der Brotmanufaktur so zu lenken, dass die Grundlagen für solche Wünsche erhalten bleiben.

Anfang 2004 konnten die Verhandlungen über die Auslieferung von dampfsterilisierten Berlinius Schwarzbrot und glutenfreien Reis-Hirse-Brot mit Vertriebspartnern in Hamburg und Schleswig Holstein erfolgreich zum Abschluss gebracht werden.

Seit 2006 haben wir unser dampfsterilisiertes Berlinius Ostfriesen Schwarzbrot um die Kap-Linie, bestehend aus 3 Sorten, weiterentwicklt. Dieses Brot finden Sie in Edeka Neukaufmärkten, bei Markant und in Multi-Märkten im Weser-Ems Gebiet.

Durch gezielte Verkostungen und Ernährungsberatungen konnten wir 2x eine Empfehlung durch die Fachzeitschrift Feinschmecker verzeichnen und grosses Interesse in der Bevölkerung wecken.

Im Juli 2009 konnte nun endlich nach einigen Unwegsamkeiten ein längst geplantes Projekt in die Tat umgesetzt werden.

-Der Ladenumbau-

Das der Berliniusstil "eben anders als andere" in Form eines neuen Gesichts erhalten bleiben konnte, verdanken wir unseren einheimischen Handwerksbetrieben. In nur 14 Tagen haben sie mit hervorragender Arbeit, Rat und Tat und einer großen Portion Flexibilität das Unmögliche möglich gemacht. An dieser Stelle nochmals einen großen Dank. Entstanden ist ein ansprechender Laden kombiniert mit einer einladender Café-Bar.

Im Café selbst verarbeiten wir selbstverständlich fair-trade Kaffee, Milch, Joghurt in Bioqualität. Zum Süssen gibt es Roh-Rohrzucker, aber auch Süßstoff. Zum Salzen Meersalz. Vermeidung von Müll, in Form von fertigverpackten Waren, versteht sich von selbst! Wir bleiben unseren Qualitäts- und ökologischen Grundsätzen treu!

 

Nicht bei allen Verbrauchern hört ökologischer Schutz und gehaltvolle Ernährung beim Portemonnaie auf
- schon gar nicht bei den jüngsten Verbrauchern -

 Stand               

 

 

                                                                                  Uwe Leferink           

 



 

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